Das Inaktivitätsödem - Diagnose und Therapie

 

Wie der Name bereits sagt, ist das Ödem Folge einer mangelnden Bewegung. Das trifft in erster Linie für Lähmungserkrankungen wie z.B. Poliomyelitis oder Multiple Sklerose (MS) zu. Es kann aber auch bei Gelenkerkrankungen auftreten, die mit einer starken oder vollständigen Bewegungseinschränkung einher-gehen, z.B. die Sprunggelenks-versteifung mit dem daraus resultierenden Unterschenkel- und Fußödem beim sog. Arthrogenen Stauungssyndrom

 

Am häufigsten sind die Beine betroffen. Das Ödem bildet sich langsam im Krankheitsverlauf aus. Nur ein Teil der Betroffenen entwickelt Ödeme, die zunächst über Nacht durch Hochlagerung der Extremitäten rückläufig sind, aber später sogar bleiben können.

 

Die Ursache dürfte hauptsächlich die fehlende Muskelpumpe sein, wodurch die Anregung des venösen und lymphatischen Rückflusses fehlt. 

 

 

Ziel der Therapie mit manueller Lymphdrainage und Kompressionsbehandlung ist die Reduzierung des Ödems und der Ödembeschwerden. Zusätzlich sollte durch Kranken-gymnastik die Muskulatur aktiviert werden. Die Kompressionsbandagen dürfen nicht zu fest angelegt werden, weil Druckschäden drohen (gerötete Haut, Schnürfurchen, Druckblasen und Druckgeschwüre). Die Gefahr ist am größten, wenn durch eine neuro-logische Erkrankung die Empfindung gestört ist und der Betroffene den zu hohen Druck nicht spürt. Die Langzeiterfolge sind eher bescheiden, weil die Ödeme schnell nachlaufen, sobald die Intensität der Behandlung nachlässt.