Auswahlkriterien für eine stationäre lymphologische Rehabilitationsmaßnahme von Patienten mit chronischem Lymphödem

Das Lymphödem muss eine Beeinträchtigung der Teilhabe am alltäglichen Leben und/oder am Arbeitsleben zur Folge haben.

 

  1. Ödeme mit Schweregrad 3, d. h. starke Ausprägung mit > 50% Ödemvolumen. Nachweis durch Umfangsmessung bei einseitigen Lymphödemen.
     
  2. Lymphödeme im Stadium 2 und 3.
    Einteilung der Lymphödeme nach Schweregrad und Stadien Broschüre zum Thema Lymphologie.
     
  3. Ödemzunahme über 10% oder Verdoppelung des Ödemvolumens trotz regelmäßiger, 2 x wchtl. manueller Lymphdrainage à 45 Min. und konsequentem Tragen von Kompressionsstrümpfen mit gutem Sitz. 

    Nachweis durch Umfangsmessung. 

    Bei einseitigem Lymphödem werden die Umfänge der gesunden und der Ödemextremität gemessen und in cm angegeben. Zusätzlich kann aus diesen Umfangsmaßen mittels Ödemgradmesser der Mehrumfang der Ödemextremität in % angegeben werden. (Ödemgradmesser erhältlich in den Asdonk-Kliniken). 
    Bei beidseitigen Lymphödemen muss der Schweregrad geschätzt werden.
     
  4. Progredienz des Ödems mit Ausdehnung auf Hand oder Fuß oder auf den angrenzenden Rumpfquadranten.
     
  5. Lymphödem des Kopfes, des Genitale oder der Brust.
     
  6. Lymphödeme an beiden Armen, an 3 oder 4 Extremitäten oder 2 und mehr verschiedene Ödemdiagnosen. 
     
  7. Ödemprogredienz durch lang anhaltende, sitzende oder stehende Tätigkeit bei Genital-und Beinlymphödem oder durch lang anhaltende, mittelschwere, monotone Tätigkeit bei Armlymphödem (z.B. Verkäuferin mit Beinlymphödem oder PC-Arbeit mit Armlymphödem). 
     
  8. Schmerzhaftes Ödem ohne Besserung durch ambulante Behandlung.
     
  9. Strahlenspätschäden mit Radiofibrosebildung und dadurch bedingter Ödemverschlechterung, Funktionseinschränkung von Gelenken, venöser und/oder arterieller Durchblutungsstörung oder Nervenschädigung.
     
  10. Komplikationen des Lymphödems:
    Erysipelinfektionen 
    Ulzerationen 
    Papillomatosis cutis lymphostatica
    Stauungslymphzysten 
    Stauungsdermatitis 
     
  11. Zusätzliche Schädigung des venösen und/oder arteriellen Gefäßsystems.
     
  12. Begleitkrankheiten durch die sich eine Ödemkrankheit verstärkt:
    eingeschränkte Gelenkfunktion durch z. B. WS- und Gelenkerkrankungen, Adipositas
    eingeschränkte Belastbarkeit der Ödemextremität durch z. B. kardio-pulmonale Funktionseinschränkung, Adipositas
     
  13. Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch die eine Überwachung der Herz-Kreislauffunktion notwendig ist wegen der hämodynamisch wirksamen Bandagen der Extremitäten.
     
  14. Adipositas Grad 2 und 3 nach WHO.
     
  15. Palliativbehandlung von progredienten und/oder schmerzhaften malignen Lymphödemen als Folge einer fortschreitenden Metastasierung.

 

Ziel der Rehabilitationsmaßnahme ist es, die Selbständigkeit, Alltagskompetenz und Erwerbsfähigkeit von Patienten mit chronischem Lymphödem zu erhalten, zu verbessern oder wiederherzustellen und die Lebensqualität zu verbessern.